Zeilen an Dich

Schon so lange habe ich dich nicht mehr gesehen.

Es fühlt sich sehr sehr leer an ohne dich.

Ich verstehe nicht, wieso du nicht da bist.

Sie ist von mir gegangen und trotzdem zwingst du mich auch von dir Abschied zu nehmen.

Ich kann und will dich nicht ändern,

und trotzdem verletzt es mich sehr.

Für alles habe ich Entschuldigungen gefunden,

für alles. Denn dachte ich immer,

wenn ein Härtefall eintritt, wirst du da sein.

Du wirst die Stütze sein, die ich brauchen werde.

Und wieso ich diese Zeilen an dich schreibe?

Weil ich es dir nicht sagen kann, ich kann dir nicht in die Augen schauen.

Dir meinen Schmerz zeigen und das Risiko einzugehen,

dass du trotzdem nichts ändern wirst.

Aber ich will dich ja nicht ändern.

Eigentlich will ich, dass du für mich da sein willst.

Aber das wird halt nicht so sein,

und jetzt nehme ich Abschied.

Boy, ich vermisse dich

aber ich brauch dich nicht.

Zukunft, Ungewissheit und Prokrastination

Hilfe. Zukunft planen. Horrorszenario. Also doch Prokrastination..

Vor gut einem Jahr war es soweit und ich meldete mich für die Universität an. Soziologie und Germanistik. WAS für eine Kombination. Von allen Seiten kamen die verständnislosen Kommentaren, wieso ich diese Kombination gewählt habe. „Mach doch lieber was mit Zukunft, wie wäre es mit Wirtschaft oder Medizin?“ Joa, habe ich nicht gemacht. Bin mir auch immer noch ziemlich sicher, dass Wirtschaft und Medizin NICHT das Richtige ist für mich. Aber ist es Soziologie und Germanistik? Ganz generell mag ich Soziologie sehr. Find ich super spannend und man lernt wirklich viel über die Gesellschaft und wie sie aufgebaut ist. Germanistik ist solala. Macht nicht wirklich Spass, vor allem Ältere deutsche Literaturwissenschaften nicht. Aber eigentlich wollte ich ja jetzt nicht meine Studiengänge beschreiben, ups.

Also Zukunft. Was will das Meermädchen in der Zukunft machen? Seit dem letzten Jahr hat sich das sicher um die 30mal geändert. Von der Migrationssoziologie, zur Journalistin zur Musikbranche (aktueller Stand). Natürlich das Interessenfeld verändert sich mit der Zeit, doch sollte man nicht irgendwann ein bisschen gefestigt sein? Wissen was man später machen will? Nun fragt man sich, wieso man diese Ungewissheit hat. Ist die Generation-Y Schuld am ganzen? Den Drang zu haben, später einmal etwas zu machen, was mich zu 100 Prozent erfüllt. In der Tat ist das für mich etwas vom Wichtigsten. Ich will später wirklich eine Arbeit haben, die mich sehr sehr glücklich macht. Ich habe schon diverse Jobs gehabt, welche mich schlussendlich einfach unglücklich gemacht haben. Natürlich waren dies alles Jobs, welche ausschliesslich zum Geld verdienen dienten und nicht auf meinen Job-Wünschen beruhten. Doch wie soll ich jetzt in meinem Alter wissen, welche Beschäftigung mich mal zufrieden machen wird? Ja, natürlich es scheint utopisch zu sein, eine Arbeitsstelle zu finden wollen, die mich zu 100 Prozent erfüllt. Es gibt ja wahrscheinlich auch nicht DEN perfekten Job. Doch sollte es ihn auch nur annähernd geben, will ich ihn. (Höre mich schon fast wie ein Kleinkind an..)

Und wie weiss ich jetzt, was meine perfekte Arbeitsbranche ist, um DEN perfekten Job zu finden? Irgendwie bin ich ja doch noch am Anfang meines „Lebens“ und jetzt sollte ich schon die Richtung einschlagen für meine spätere Tätigkeit? Was wenn ich irgendwann (knock-on-wood) meinen Bachelor in der Hand halte und merke, dass ich eigentlich etwas ganz anderes machen will?  Und dann sind da ja noch die oben erwähnten Wunschjobs. Diese Wunschjobs erfordern so viel Mut, irgendwie. Wenn ich daran denke, dass ich eine von vielen bin, die in die Musikbranche einsteigen will, wird mir schlecht und merke, dass ich eigentlich gar nicht gut genug qualifiziert bin dafür. Dieser Dauer-Gedanke von Nicht-genug sein, Nicht-talentiert sein, begleitet mich seit Ewigkeiten. Und in letzter Zeit kristallisiert er sich immer mehr heraus, da es halt jetzt irgendwie Ernst wird? Und was, wenn die Wunschjobs sich in 10 Monaten in Luft aufgelöst haben, man sich aber für die Ausbildung entschieden hat?

So so so viele Fragezeichen bei diesem Thema. Momentan habe ich wirklich das Gefühl, dass ich weiss, was ich will. Aber wirklich das Risiko eingehen? Das Scheitern ist doch nah, denn man ist ja nur eine von vielen. Und die Ausbildung wäre auch seeeehr spezifisch und in Deutschland. All diese Risiken eingehen? Ach. Und dann setzt die Prokrastination ein. Das Verschieben, bzw. mehr Aufschieben der Gedanken, der Entscheidungen, aber auch der Chancen. Ich bin echt ratlos und hoffe jeden Tag auf das Zeichen, welches mir verrät, was richtig ist. Naiv und feige, irgendwie.

 

Und diese Woche ist so eine „Zukunft, Ungewissheit und Prokrastination“-Woche.

Fühlt euch umarmt,

euer Meermädchen.